Wieder steht ein Jubiläum ins Haus und der Chronist fühlt sich genötigt, eher als in der Vergangenheit vielleicht, das Vergangene festzuhalten.

Sei es zum Schmunzeln, Nachdenken oder gar um etwas zu lernen.

Der 4. Jägerzug „Immertreu“ feiert in diesem Jahr sein 60jähriges Bestehen!

Fassen wir also die letzten zehn Jahre zusammen, um sie, wenn möglich, nahtlos mit der Chronik der ersten fünfzig Jahre zu verbinden.

 

 

Gustorf im Jahre 1991

Matthias Sommer

 

 

 

Auf der letzten Versammlung vor dem Schützenfest 1981 wurde den Zugmitgliedern die Festordnung in Form eines „Dienstplanes“ vorgestellt, der während der Festtage von allen Aktiven bei sich zu tragen ist. Dies soll auch in Zukunft zu jedem Fest in dieser Form gehandhabt werden.

Das Ausflugsziel war das Gelbbachtal, welches von 34 Personen des Zuges besucht wurde.

Beim Offiziersessen im Herbst des Jahres 1981 wurde beschlossen, einen Kameradschaftsabend zu Lasten der Zugkasse zu veranstalten.

Zukünftige Ausflüge sind weiterhin wünschenswert und sollen jedoch aus der eigenen Tasche finanziert werden.

Gemäß des Protokolles vom 20.11.1981 wurde beschlossen, eine neue Zugkönigskette und Zugkrawatten anzuschaffen. In einer Versammlung zum  Jahresende wurde die neue Kette dem Zug vorgestellt.

Das Ehepaar Berni und Biggi Koch wurde wegen seiner Verdienste (Fackelbauplatz…) zum Kameradschaftsabend eingeladen.

Eine einmalige Spende ging an den BSV zwecks Errichtung des neuen Heiligenhäuschens.

Im Jahre 1982 wurde das allseits beliebte Thema „Beitragserhöhung“ diskutiert. Ohne große Gegenwehr wurden 10,- DM/Monat angenommen und beschlossen. Max Türks erwirkte eine „Dynamisierung“ der Beiträge (soll heißen: Alle Zwei Jahre soll überprüft werden, ob Beiträge und Preise noch miteinander Schritt halten).

Das Pokalschießen wird in Zukunft nur noch an einem Abend stattfinden, da bei der bisherigen Form (vier Abende) die Resonanz nicht den Wünschen der Zugmitglieder entsprach.

Im Jahre 1982 verzichtete Hauptmann Willy Landen (Weidemann) auf die ihm angebotene Position des Jägermajors; Ehrenhauptmann Matthias Kremer gab seinen Rücktritt aus dem aktiven Schützenleben bekannt; Hermann Schramm hat geheiratet.

Das Jahr 1983 begann untypisch für einen Jägerzug mit der Proklamation eines gewissen Fredi Schramm zum Prinz Karneval.

Ein herausragender Beschluss im Vereinsleben war die Abstimmung über die Bestrafung des Sßieß bzw. des Versammlungsleiters beim Vergessen, das Vereinszeichen abzufragen, bevor der erste die Versammlung verlässt. Auf Antrag von Hans Adorf (Kööster), der auch die Idee hierzu hatte, wurde die Strafe auf 5 DM,- festgesetzt. Wie der Spieß bzw. der Versammlungsleiter damals gestimmt hat, wurde uns leider nicht überliefert.

Wie bereits in den vergangenen Jahren ergab eine Kassenprüfung zum Jahresende keinerlei Beanstandungen. Da dies in Bezug auf andere Vereine nicht die Regel ist, sollte die gewissenhafte Kassenführung hier ruhig einmal hervorgehoben werden!

1984 wurde ein Jahr der privaten Feste. Das Ehepaar Hans und Agnes Adorf feierten ihre Silberhochzeit, genauso wie auch Adolf und Helene Ritschel. Ferner feierten Andreas und Kremer und Heinz Rodrigo ihren 60ten Geburtstag.

Am 10.März wurde beschlossen, das Pokal- und Zugkönigschießen an einem Tag stattfinden zu lassen.

Im Zuglokal hat es gebrannt, nach der Renovierung ist es schöner als es früher war.

Hermann Schramm setzte Kraft seiner Persönlichkeit durch, daß aus dem einfachen Vogelschießen eine kleine „Großfamilienfeier“ wird(sofern man den Zug als Großfamilie betrachtet und den gesamten Anhang von Frauen und Kindern einbezieht.

Erstmalig tritt die Spar- und Kreditbank in größere geschäftliche Beziehungen zum 4. Jägerzug: Falls mindestens fünf Zugmitglieder in Uniform am Bankgebäude die Fahne hissen, gibt es 50 Liter Bier. Selbstredend, dass zur festgelegten Zeit ausreichend Männer vom Zug erschienen, um den Zug entsprechend zu repräsentieren. Daraus entwickelte sich dann die bis heute geübte Praxis: ein Jahr bezahlen wir 20 Liter, und im nächsten Jahr bezahlt die Bank (=Hubert Bedbur).

Ab September 1984 hat der Zug dann auch einen gewählten Versammlungsleiter namens Hermann Schramm. Zum Schriftführer wurde Dieter Landen gewählt.

Max Türks schlug vor, das Offiziersessen vom Freitag auf einen anderen Tag zu verlegen, damit die Fackelbauer nicht immer zwangsweise zu spät kommen müssen. Der Vorschlag erhielt keine Mehrheit.

Anfang 1985 musste aufgrund der schlecht besuchten vorigen Versammlung eine außerordentliche Versammlung einberufen werden, da das allumfassende, immer gerne aufgegriffene Thema „Ausflug oder Kameradschaftsabend“ auf der Tagesordnung stand. Der Kameradschaftsabend hatte mit knapper Mehrheit gesiegt.

Auf Anfrage erklärte Peter Frinken, dass seine Kellerbar auch weiterhin für den Schützenfestausklang zur Verfügung steht. Im gleichen Jahr wurde die Kammer von Berti Faßbender übernommen. Es wurde die schlechte Beteiligung am Fackelbau moniert. Für die Fackel sollen neue Lichterketten angeschafft werden.

Stellvertretend für viele andere Möglichkeiten und Vorkommnisse soll hier einmal kurz skizziert werden, wie man beim 4. Jägerzug neue Mitglieder ködert:

Es begann auf Schützenfestmontag beim Frühschoppen.

Sommer:“ Der Nougatzug hat mich gebeten, im 6. Jägerzug mitzumachen.“

Faßbender:“ Das ist ein ganz toller Zug – zwar nicht zu vergleichen mit dem 4. Jägerzug, aber immerhin.“

Sommer:“ Was gibt es bei Euch denn besonderes im Vergleich zu anderen Zügen?“

Faßbender:“ In diesem Zug sind die Gustorfer Bürger, die Du am längsten kennst und schätzt (Hermann Schramm). Aber das ist noch nicht alles. Wir haben die schönsten und nettesten Frauen vom ganzen Regiment!“

Sommer:“ Das lässt sich ja nun leider nicht überprüfen.“

Faßbender:“ Aber sicher! Wenn ich es schaffe, das alle anwesenden Frauen vom 4. Jägerzug Dich jetzt küssen, bist Du überzeugt und machst bei uns mit!“

Sommer:“ Topp, die Wette gilt!“

Faßbender:“ Ich hätte schon gerne etwas Schriftliches als Sicherheit in der Hand.“

Nachdem diese Wette auf ein Stück Papiertischdecke festgehalten war, ging es an das Einlösen der Wette, die Berti zur Ehre des 4. Jägerzuges (oder besser gesagt: zur Ehre unserer Damen) mit Bravour bestand. Einschlägige Kreise wissen zu berichten, dass Matthias Sommer diesen Schritt noch nie bereut hat und er nach wie vor gerne in den Reihen der „ Immertreuen“ mitmacht.

Im Januar 1986 drehte sich die Versammlung um einen Beschluss über die eventuelle Anschaffung von Club-Jacken.

Für das gleiche Jahr wurde „Großkampftag angesagt, da der Bürgerschützenverein Gustorf sein 125jähriges Jubiläum feierte.

Fahnenoffizier Volker Hartmann lud den ganzen Zug (mit Frauen) nach Mömlingen ein.

Auf einer Versammlung wurde vorgeschlagen, die Kassenprüfung an einem separaten Termin durchzuführen. Dieser Vorschlag fand keine Mehrheit.

Leider ist es nicht möglich, alle Anekdötchen und Vorkommnisse während der einzelnen Versammlungen und auch Schützenfeste zu notieren. Azu bedarf es sicher einer professionellen Handhabung der Zugangelegenheiten.

Aus gesundheitlichen Gründen hat Peter Frinken zwar das Amt des Fahnenoffiziers 1988 abgegeben, beteiligte sich ansonsten jedoch weiterhin aktiv soweit es geht.

Im gleichen Jahr wurde Siegfried Pfankuchen aufgenommen und Dieter landen rückte als neuer Fahnenoffizier zu den Chargierten auf. Der Zug stellte erstmals den Träger des Schellenbaumes und geht beim 75jährigen Jubiläum im Frimmersdorfer Zug mit.

Vor dem Schützenfest des selben Jahres wurde Bernd Henning in den Zug aufgenommen.

Das Jahr war für einige Mitglieder ein Jubiläumsjahr: 25 Jahre im 4. Jägerzug für Hans Kremer, Hermann Schramm, Fredi Schramm, Berti Faßbender und Willi Pelzer.

Eine gemeinsame Fahrt zum ZDF-Fernsehgarten nach Mainz brachte interessante Eindrücke.

Die erste Fahrt mit Kind und Kegel nach Heimbach entwickelte sich im Nachhinein zur festen Einrichtung bis zum Jahre 1990 einschließlich. Danach änderte die Bahn ihre Fahrpläne und Streckenführung.

Eine Rüge wegen Fehlverhaltens beim Offiziersessen (Skatspielen) erzeugte Reue und Bußbereitschaft bei den Betroffenen.

Im Jahre 1989 meldete sich der ehemalige Spieß Heinz Rodrigo beim Hauptmann aus dem Zuge ab.

Maximilian Türks stellte Anträge auf Befreiung von Pflichtteilnahmen für Zugrentner an den Versammlungen und Beitragserhöhung.

Heinz Aretz erklärt offiziell seine Bereitschaft, im Jahre 1990 auf den Vogel (Schützenkönig) zu schießen, um im Jubiläumsjahr 1991 den Schützenkönig zu stellen.

Im Jahre 1990 teilte Hauptmann Willi Landen mit, dass er und Oberleutnant Andreas Kremer ihre Ämter in jüngere Hände legen wollen.

Der Spieß Willi Pelzer bemängelte das Verhalten einiger Zugkollegen, die durch gezieltes Falschschießen beim Pokalschießen Strafen provozierten. Wer eine Spende geben möchte, kann dies jederzeit in beliebiger Höhe, jedoch sollte man seinen Kameraden nicht die Möglichkeit nehmen, sich zumindest hier einmal auszuzeichnen.

Schützenfestmontag: Die Idee – bei viel Qualm, Asbach fertig, Kaffee, Limo und Cola geboren – wurde Wirklichkeit.

Willi Pelzer, Oberfeldwebel und Spieß des 4. Jägerzuges, holte nach einigen Schüssen für Heinz Aretz den Vogel von der Stange. Seine Majestät Heinrich Andreas I. wurde gebührend im Zelt empfangen.

Mit Maria Lange hatte Heinz (Tütt) eine passende Königin gefunden – wir erinnern uns an Bertis Aussage „die schönsten Frauen…“.

Eine besonders lobenswerte Erwähnung in der Chronik gebührt Manfred Lange, genannt „Picco“, dem Mann der Maria. Er duldete nicht nur das Königsspiel seiner Frau, sondern setzte sich in unnachahmlicher Weise für das gesamte Gelingen des Schützenfestes ein. Beiden, Maria und Manfred, sei von ganzem Herzen für dieses einmalige Fest gedankt!

Zu all dem festlichen und glanzvollen Drum und Dran mit dem gesamten Hofstaat einschließlich auch der wunderschönen Hofdamen sei eine kritische Frage erlaubt: Waren die Adjutanten des Königspaares auch sorgfältig genug ausgewählt? Bei allen Veranstaltungen und Repräsentationen vertraten sie (und sie tun es immer noch!) die Auffassung, bei allem auch noch „Spaß an der Freud‘“ zu haben. Sicher mangelt es den beiden gut 40jährigen hier noch etwas an der nötigen Reife und dem entsprechenden Ernst.

Ansonsten bemühte sich das Gespann, Hektik, Verkrampfung und Verkniffenheit soweit wie möglich vom Königspaar und den Hofdamen fernzuhalten. Als mildernden Umstand muss man berücksichtigen, dass beide zum ersten Male solch eine Verantwortung trugen.